Wird das Unternehmen zum Ponyhof?

Warum eine Wir-Kultur der Schlüssel für eine faire Zukunft ist.

Der Einfluss der Menschen auf den Planeten ist überall sichtbar. Arten sterben aus, Rohstoffe werden knapp, tropische Lebensräume fallen den Kettensägen zum Opfer. Die geraubten Flächen brennen ab und dienen der industriellen Landwirtschaft als Produktionsfläche. Insbesondere die letzten zwanzig Jahre haben der Welt extrem zugesetzt. Ein „Weiter so!“ würde die Existenzgrundlage vieler Menschen gefährden.
Gerhard Sperling

Gerhard Sperling

Wir profitieren von globaler Vernetzungen und können durch technische Errungenschaften in Sekunden rund um den Globus zu kommunizieren. Sprachbarrieren werden durch Übersetzungsalgorithmen überwindbar. In einigen Jahren sind fremde Sprachen kein Problem mehr, dann kommunizieren wir über Sprachassistenten in Echtzeit und über Sprachgrenzen hinweg. Das Wissen der Welt tragen wir durch mobile Endgeräte in der Hosentasche mit uns herum. Das traditionelle Führungsverständnis ist im Umbruch begriffen, weil das Wissensmonopol aufgeweicht wird.

Die Möglichkeiten sind da, wir müssen nur anpacken

Technisch sind wir schon heute in der Lage, herausragende Innovationen zu entwickeln, mit denen Umweltverschmutzung, Klimawandel, Rohstoffvergeudung und viele andere Probleme positiv beeinflusst werden können. Es gibt schon heute viele Ideen, wie es besser gehen kann. Wissen darüber, was wir auf diesem Globus nicht tun dürfen, wenn wir die Existenz sichern wollen, ist ausreichend vorhanden. In wenigen Jahren könnten zahlreiche Aufgaben nachhaltig gelöst oder zumindest auf den richtigen Weg gebracht werden. Leider verbeißen wir uns in Einzelaspekte, ohne die Gesamtwirkungen zu beachten. Ein Kulturwandel hin zum vernetzten Denken ist die Lösung.

Rationales Denken reicht nicht mehr.

Was uns daran hindert, das zu tun, was getan werden muss, ist unsere auf Konkurrenz und Wettbewerb ausgerichtete Kultur.

Unser Denken ist nicht mehr zeitgemäß. Unser Mindset stimmt nicht mit den anstehenden Herausforderungen überein. Die Komplexität, mit der wir konfrontiert werden, ist durch lineare Denkmuster entstanden und lässt sich nur durch komplexere Denkhaltungen lösen. Die Ellenbogengesellschaft, in die wir durch das Industriezeitalter hineingewachsen sind, wird uns im laufenden Transformationsprozess zum Verhängnis. Jeder lebt auf seiner Wahrnehmungs-Insel und urteilt aus seiner Sicht. Andere Blickwinkel interessieren nicht, werden rigoros abgelehnt. Die großen Zusammenhänge werden nicht gesehen und jede Entscheidung macht das Chaos nur noch größer.

Das Grundverständnis von Führung wird sich hin zum „Leadership“ ändern.

Wir müssen lernen, Soft-Skills und Hard-Skills ins Gleichgewicht zu bringen.  In der Wirtschaft wird bereits erkannt, dass in den Unternehmen enorme Potentiale schlummern, die erschlossen werden können. Unternehmen mit Weitblick haben den erforderlichen Kulturwandel verstanden und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen.

Ein grundlegender Transformationsprozess hin zu kulturellen Aspekten ist in vollem Gange. Grundlegende Probleme mit den Auswirkungen des Wandels sind in der Politik zu sehen. Nach wie vor wird versucht, die Probleme, die nur über eine neue Denkhaltung beseitigt werden können, durch Verbote und Reglementierungen zu ordnen. Verbote sind aber nicht geeignet, einen kulturellen Wandlungsprozess in Gang zu setzen.

Die „neue“ Führung wird

  • Visionen entwickeln und Antwort auf die „Warum“-Frage geben,
  • Sinn-Aspekte und rationale Erfordernisse ins Gleichgewicht bringen,
  • Rahmenbedingungen für eine förderliche Kultur im Unternehmen oder in der Organisation schaffen,
  • die Potentiale im Netzwerk aktivieren, Neugier wecken und Lernbegeisterung schaffen,
  • über Strukturgrenzen hinweg zusammenarbeiten,
  • eine WIR-Kultur hochhalten und Co-Creation fördern,
  • die großen Zusammenhänge bei allen Entscheidungen sehen.

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