Unternehmen Zukunft: Vision und Mission

Lineare Denker gegen exponentielle Denker?

Wir Menschen sind „lineare Denker“. Wir sind so erzogen, weil Schule, Ausbildung und Unternehmen nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip funktionieren. Ja/Nein, Schwarz-/Weiß, Richtig/Falsch usw. sind die Denkmuster, die uns in der Zeit der Transformation nicht weiterbringen. Diese Denkmuster bewegen sich alle auf der Sachebene, weil sie berechenbar erscheinen und nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip akzeptiert sind. 

Wandel und Transformation verlangen die Sinn-Ebene

Das Besondere an dem Wandlungsprozess, den wir gerade erleben, ist die Tatsache, dass die Sinn-Ebene zum entscheidenden Aspekt für unsere Zukunft wird. Wer sich mit der Sinnebene auseinander setzt, öffnet die Tür für das Verständnis exponentieller Entwicklungen. Er bewegt sich aus dem „Toten Winkel der Ignoranz“ und erkennt disruptive Entwicklungen schneller als andere. Ein Tipping-Point wird dann nicht mehr als Überraschung erlebt, weil disruptive Einflüsse schneller erkannt werden.
Sachebene dominiert die Sinnebene

Die Sinn-Ebene ist in unserer Kultur von der Sachebene bzw. der Verstandesebene weitgehend getrennt. Aspekte auf der Sinn-Ebene sind nicht berechenbar und deshalb beherrscht in Unternehmen und Organisationen die Sach-/Verstandesebene das Handeln. Wahre Innovationen sind allerdings nur auf der Sinnebene möglich.

Vision und Mission bilden den Leitstern
für das Unternehmen

Die Formulierung einer klaren Vision, Mission fällt vielen Führungskräften und Unternehmern sehr schwer. Dabei würde eine Vision den MitarbeiterInnen bewusst machen, wo sich das große Ziel des Unternehmens befindet und wie die eigene Arbeit mit dieser Vision in Verbindung steht.
Wir erleben große Veränderungen und MitarbeiterInnen müssen wissen, wofür sie Veränderungswillen entwickeln sollten. Wird das Ziel nicht deutlich, stoßen Veränderungsprozesse auf Ablehnung.
Eine Vision bzw. Mission des Unternehmens muss klar – möglichst bildhaft – transportiert werden. Kunden und MitarbeiterInnen muss deutlich werden, welche Veränderung durch die Vision/Mission herbeigeführt werden soll.

Kultur lässt sich nicht steuern

Einen Kulturwandel im Unternehmen anzustoßen, ist eine große und aufwändige Herausforderung. Ein Kulturwandel lässt sich nicht strategisch planen, weil er auf der Sinn-Ebene abläuft. Eine Kultur wird gelebt und ändert sich permanent. Die gelebte Kultur muss also ständig beobachtet werden. Treten Abweichungen vom gewünschten Gesamtbild (Vision) auf, muss sensibel Einfluss genommen werden. Strategische Entscheidungen auf der Sachebene orientieren sich an der Vision bzw. Mission und alles zusammen ergibt die gelebte Kultur.

Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber gestaltbar.

Durch eine Vision oder Mission können in Zeiten exponentieller Entwicklungen bessere Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. Die Flexibilität nimmt zu und starre Planung wird durch Agilität abgelöst.  
Bei den komplexen Herausforderungen, vor denen wir stehen, wird es nicht gelingen, den perfekten Plan zu finden. 
Hilfreich hingegen ist es, für Dynamik zu sorgen und lediglich den nächsten Schritt „experimentell“ anzugehen. Distanz, Intuition und Vision sind dafür essenziell.

Eine Vision und eine Mission entwerfen

Die Formulierung einer Vision ist ein längerer Prozess und dafür müssen  Sie die Personen der Schlüsselpositionen ins Boot holen. 
Sie brauchen am Schluss ein Visionsbild alle Aspekte des lebenden Systems „Unternehmen“ abbildet. 
Deshalb sollte ein Eisions-Team vom Grundsatz her so besetzt sein:
  • Visionär
  • Manager
  • Kommunikator 
  • Techniker
  • Controller
Wenn die Denkmuster dieser verschiedenen Ebenen eine Schnittmenge bilden, erhöhen Sie die Akzeptanz der Vision.
Das sind Zukunftsmissionare und -botschafter, Zukunftsdenker, Querdenker, die Unbequemen und nicht die Angepassten. 

Begeisterung und Offenheit ist die Voraussetzung für konstruktiven Austausch

Diese Mitarbeiter aus den Schlüsselpositionen sollten eine gewisse Begeisterung und Offenheit für zukünftige Entwicklungen mitbringen. 
Achten Sie darauf, dass Bedenkenträger nicht die Hauptkraft im Visions-Team einnehmen. Ein Gleichgewicht ist erforderlich, das  bedingungslose Begeisterung für technische / digitale Trends relativiert.
Am Schluss muss die Vision / Mission muss auf jeder der Sachebenen umsetzbar erscheinen, weil sonst die Akzeptanz verwehrt wird.

Welche Skills hat eine Führungskraft, die einen Visionsprozess anleitet?

Eine zukunftsorientierte Führungskraft
  • ist kultursensibel für Entwicklungen im unmittelbaren Umfeld
  • lebt eine konstruktive Fehlerkultur und begreift Fehler als wertvolle Ressourcen
  • begeistert sich für Neues, bleibt ständig neugierig
  • verhindert Entscheidungen auf Basis vereinfachender Interpretationen
  • weiß, dass Herausforderungen aus möglichst vielen Perspektiven betrachtet und beurteilt werden müssen.
  • Steht zu dem was er/sie sagt und ist fair
  • lebt die in der Vision/Mission formulierten Aspekte vor
  • versteht, dass eine Führungskraft nicht alles wissen kann und vertraut seinen MitarbeiterInnen
  • ist sich bewusst, dass in Zeiten des Wandels und des rasanten Umschwungs die Vision der unabdingbare Leitstern des Unternehmens ist
Gerhard Sperling

Gerhard Sperling

Mein Anliegen ist es, Unternehmer oder Selbstständige für die positiven Aspekte zukünftiger Entwicklungen zu begeistern.

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