Systeme geraten nach dem Tipping-Point außer Kontrolle

Bevor ein Ausnahmezustand eintritt, gibt es den Kipp-Punkt, einen Tipping-Point. Wird der überschritten, herrscht Chaos.  Was man vorher noch hätte beeinflussen können, rinnt einem jetzt durch die Finger. Was nach dem Tipping-Point passiert, ist  nicht mehr korrigierbar.
Den Zeitrahmen vor dem Kipp-Punkt nenne ich den „Toten Winkel der Ignoranz“. Wir beschäftigen uns nicht mit unserer Zukunft und blenden aus, was da auf uns zukommt. Zukunft ist unbequem. Zukunftsgedanken mögen wir nicht.
Wir merken schon, dass sich da was anbahnt. Wir spüren das Rumoren in unserem Beruf, in unserer Branche, in der Welt. Ja, sicher, da gibt es technische Entwicklungen. Aber wir versichern uns, dass neue Techniken unsere Arbeit nicht übernehmen können: „Da wurde schon viel versucht, aber das klappt ja doch nicht“!
Porträt Gerhard Sperling

Gerhard Sperling

Die Entwicklungen um uns herum sind rasant und komplex. Ich möchte durch mein Engagement im Bereich Future Mindset zum Umdenken in Richtung Zukunft etwas beitragen.

In einer komplexen Welt geraten die Dinge nach dem Tippingpoint außer Kontrolle
Und so leben wir in unserem „Toten Winkel der Ignoranz“ und reiben uns eines Tages die Augen, wenn ein branchenfremder Lösungen entwickelt, die unseren Job oder unsere Produkte einfach hinwegfegen. (Klassiker: Nokia, Kodak)
Unser größtes Problem ist, dass wir lineare Denker sind. In unserem Kulturkreis wurden wir so „erzogen“.  Deshalb können wir in Zeiten höchster Komplexität nur schwer aus dem „Toten Winkel der Ignoranz“ ausbrechen und verspielen sehenden Auges unsere Zukunft. Wir nehmen die Gefahr wahr, laufen aber dennoch sehenden Auges gegen die Wand.
Unsere Probleme sind letztlich nicht die Klimaerwärmung, die Digitalisierung, die Migration, die Umweltverschmutzung und die tausend anderen Herausforderungen.
Die Menschheit wäre durchaus kreativ genug, handfeste Lösungen zu entwickeln.
Statt Probleme zu beseitigen, zerreden wir alles und kommen keinen Schritt weiter.
Es ist überlebenswichtig, das wir das alte Denkschema verlassen:
  • exponentiell und vernetzt denken,
  • das WARUM, die Sinnfrage klären,
  • BeGEISTerung schaffen,
  • Visionen entwickeln,
  • den Fokus auf das richten, was erreicht werden soll,
  • Herausforderungen aus vielen „Richtungen“ betrachten,
  • wertschätzenden Diskurs pflegen,
  • Kreativität zulassen.
  • ….. endlich, endlich damit anfangen!